Erkrankungen

Rekonvaleszenz

Prä-/ und postoperative Rekonvaleszenz bei orthopädischen und neurologischen Erkrankungen
Gerade vor oder nach orthopädischen Eingriffen, bzw. bei neurologischen Erkrankungen bietet die Physiotherapie ein breites Spektrum an Therapiemöglichkeiten. So kann z.B. vor Operationen der Muskelapparat vorsorglich gut aufgebaut werden, damit die Zeit nach der OP erleichtert wird. Hunde mit Eingriffen -z.B. an den Gliedmaßen oder an der Wirbelsäule- sind in der Regel nach Operationen vorerst in ihrer Bewegung eingeschränkt, was zu einem schnelleren Muskelabbau führt. Dieser Muskelabbau setzt schon ab dem 4-5 Tag ein. Hat der Hund also vorher eine besonders gute Muskulatur aufgebaut, so ist noch ausreichend Muskelmasse vorhanden, wenn er wieder anfangen darf seinen Körper gleichmäßig zu belasten.

Ellenbogendysplasie

Die Ellenbogendysplasie (ED) ist eine angeborene oder während des Wachstums entstandene Fehlentwicklung der Ellenbogengelenke. Man unterscheidet hier zwischen einer OCD (Osteochondrose), FPC (Fragmentierter Proccessus Coronoideus) und der IPA (Isolierter Proccessus Anconeus).
OCD: Die Erkrankung ist ausschließlich auf das unreife Skelett begrenzt. Hier handelt es sich um eine typische Wachstumserkrankung. Das Knorpelwachstum ist gestört. Eine Ernährung der Knorpelschichten findet stellenweise nicht statt. Diese Stellen des Knorpels sterben ab. Dadurch können abgelöste Knorpel und Knochenstücke im Gelenk die umliegenden Strukturen reizen und die Bewegung des Gelenkes stark einschränken. Die Erkrankung findet vor dem 4. Lebensmonat statt. Die klinische Symptomatik mit wiederkehrenden Lahmheiten tritt allerdings meist erst zwischen dem 6. Und 8. Monat auf.
IPA: Die Apophysenfuge (Knochenauswuchs) vom Proccessus Anconeus (Knochenpunkt am oberen Teil der Elle) ist nicht wie bei einer gesunden Entwicklung zwischen der 16. Bis 20. Lebenswoche geschlossen. Das Wachstum der Elle ist verzögert und dies führt dazu, dass der Oberarmknochen auf den Proccessus Anconeus drückt und den Verschluss der Apophysenfuge verhindert. Die klinische Symptomatik zeigt eine mittelgradige Lahmheit, die Pfoten werden nach außen gedreht und die passive Streckung ist Schmerzhaft.
FPC: Die Ursache für diese Erkrankung findet sich in dem verzögerten Wachstum der Speiche oder einer Deformation des Ellenbogengelenkes. Durch das verzögerte Wachstum der Speiche, drückt der Oberarmknochen ungeplant auf den Proccessus Coronoideus (Knochenteil am oberen Teil der Elle). Das führt zu einem Abbruch des Knochenteils. Die klinische Symptomatik zeigt eine mittlere bis hochgradige Lahmheit und eine Außendrehung aus dem Ellenbogengelenk.

Hüftdysplasie

Die Hüftdysplasie (HD) ist eine erblich entstandene Fehlentwicklung der Hüftgelenke. Hierbei kann die Hüftpfanne zu klein sein, der Oberschenkelkopf ungleichmäßig ausgebildet oder nicht fest in der Pfanne verankert sein. Wenn der Kopf nicht fest in der Pfanne verankert ist, ist das Hüftgelenk instabil. Die Gelenkpfanne ist bei jeder Bewegung einer Fehlbelastung ausgesetzt. Hierdurch kommt es zu einem Abrieb des Gelenkknorpels, was eine Entzündung der Gelenkkapsel nach sich führt. Es setzen arthrotische Veränderungen ein. Bei genetisch HD-belasteten Hunden wirken sich zu Eiweiß- und energiereiche Nahrung negativ auf die Entwicklung der Hüfte aus. Aber auch zu hohe körperliche Belastung des Hundes im Entwicklungsstadium wirkt sich nachteilig aus. Symptomatisch zeigen sich Schmerzen, Lahmheiten, Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Hinlegen, die Belastbarkeit der Hintergliedmaßen, einem tänzelnden/schwankenden Gang (Popowackeln), bei jungen Hunden das sogenannte „Kaninchenhoppeln“ (Gleichzeitiges aufsetzen der beiden Hinterläufe beim Laufen). Die HD ist vorrangig bei großen Hunderassen zu finden, die wegen der Belastung der Körpermasse und der höheren Stoffwechselintensität während des Wachstums in der Skelettentwicklung anfälliger für Entwicklungsstörungen sind. Bei einem Hund der an einer Hüftdysplasie leidet, sollte man stets auf einen sehr guten Muskelapparat achten, der erheblich zur Entlastung des Gelenkes beiträgt.

Patella-Luxation

Die Patella (Kniescheibe) ist mitverantwortlich für die Streckung des Kniegelenkes. Sie liegt in einer Furche am unteren Ende des Oberschenkels. In der Regel führt eine Innenrotation des Oberschenkels zur Luxation, wenn gleichzeitig das Schienenbein in Außenrotation fixiert ist. Der zuständige Muskel (Musculus quadriceps femoris) zieht die Patella bei Streckung seitlich nach außen, was zu einem Zerreißen des medialen Haltebandes der Kniescheibe und zur Luxation führt.

Kreuzbandriss

Die Kreuzbänder gehören, neben dem Außenband und dem Innenband zum Bandapparat des Kniegelenks. Sie kreuzen sich im Zentrum des Kniegelenks, wodurch sie ihren Namen haben. Die erbliche Variante tritt häufig bei Hunden unter 2 Jahren auf, meist sogar schon früher (4.-5. Monat). Meist sind die vorderen Kreuzbänder durch eine degenerative Veränderung geschwächt, so dass es nur eine geringe Einwirkung benötigt, um einen Riss herbeizuführen. Sie sind für die Hintergliedmaße von großer Bedeutung. Ihre Aufgabe -zusammen mit den anderen Strukturen des Knie-Bandapparates- ist die Stabilisierung des Gelenkes bei alle Bewegungen. Durch eine übermäßige Drehung der Gliedmaße, degenerative Erkrankungen oder Durchblutungsstörungen des vorderen Kreuzbandes, entsteht eine krankhafte Gleitbewegung des Oberschenkels im Kniegelenk. Die Symptomatik findet sich in einer geringen aber deutlichen Lahmheit. Der Hund vermeidet das Durchstrecken des Kniegelenkes. Im Stand entlastet er das betroffene Bein. Bei einer Beteiligung des Meniskus zeigt sich eine mittel- bis hochgradige Lahmheit und man hört ein deutliches Klicken. Bei Bewegungen des Kniegelenkes kann man teilweise ein leichtes Knirschen –durch bestehende Arthrosen- hören, außerdem können sie sehr schmerzhaft sein. Das betroffene Gelenk ist oft verdickt und weißt auch eine höhere Wärme auf. Nach einem chirurgischen Eingriff ist das Tier unbedingt 4. – 6. Wochen ruhig zu halten (d.h. Leinenzwang, kein Toben, kein Ballspiel…) Physiotherapie sollte jedoch in diesem Zeitraum durchgeführt werden, so dass nach ca. 6-8 Wochen nur noch eine leichte Lahmheit besteht. Die Prognose ist abhängig von der Art und dem Schweregrad.

Stauchungen

Eine Stauchung entsteht durch Ausübung von Druckkräften auf ein Körperteil, welche die relative Länge desselben verändern. Bei der Verstauchung kommt es beispielsweise in Folge von Umknicken zur Überdehnung bzw. zu kleinen Fasereinrissen am Kapsel-Band-Apparat eines Gelenks. Die klinische Symptomatik besteht in Schwellung, Bluterguss und Druckschmerz. Wenn eine Stauchung vorliegt, sollte die PECH-Regel angewendet werden: Pause, Eis, Compression (z.B. durch einen Verband evtl. mit einer schmerzstillenden Salbe versehen), Hochlegen. Die Kühlung sollte solange aufgelegt bleiben, bis es zu einer deutlichen Besserung der Schmerzen bzw. der Schwellung kommt, sie sollte auf keinen Fall als unangenehm empfunden werden.

Zerrungen

Bei einer Zerrung kommt es zu einer extremen Überdehnung des Muskels bzw. von Muskelfasern. Bei außergewöhnlich starken Belastungen wie z.B. im Hundesport, sollte der Hund deshalb vor dem Sport ein ausreichendes Aufwärmtraining absolvieren. Symptomatisch bei einer Zerrung ist eine eingeschränkte Beweglichkeit des Gelenkes, Druck- und Bewegungsschmerzen. Wenn eine Zerrung vorliegt, kann so wie auch bei Stauchungen die PECH-Regel angewendet werden: Pause, Eis, Compression (z.B. durch einen Verband evtl. mit einer schmerzstillenden Salbe versehen), Hochlegen. Die Kühlung sollte solange aufgelegt bleiben, bis es zu einer deutlichen Besserung der Schmerzen bzw. der Schwellung kommt, sie sollte auf keinen Fall als unangenehm empfunden werden

Tendinitis

Die Tendinitis ist eine Entzündung einer Sehne. Sie tritt vor allem bei degenerativen Veränderungen auf, ist allerdings „nur“ die Sehnenscheide betroffen, spricht man von einer "Tendovaginitis". Häufig ist die Tendinitis in Folge anderer Grunderkrankungen wie z.B. Rheuma. Die klinischen Symptome einer Tendinitis sind Schmerz, Überwärmung und Funktionsstörung der betroffenen Sehne. Wenn eine höhere Belastung sowie eine länger bestehende Erkrankung vorliegt, kann die Entzündung sich bis zum Riss der Sehne entwickeln. Sinnvoll ist eine Behandlung mit Kälte oder Wärme. Der Hund sollte unbedingt ruhiggehalten werden, damit die Beschwerden möglichst schnell abklingen. Häufig kommt es zu erneuten Problemen an der gleichen Stelle

Myasthenis Gravis

Die Muskelschwäche ist eine Autoimmunerkrankung. Die Erkrankung führt zu einer schnellen Ermüdbarkeit der Muskulatur und lähmungsähnlichen Erscheinungen. Es liegt eine Störung der neuromuskulären Erregung vor. Die erbliche Variante beginnt schon im Alter von der 6.- 8. Lebenswoche, wobei die erworbene Variante erst zwischen 1,5 – 7. Jahren auftritt. Symptomatisch findet man einen trippelnden und staksigen Gang der bis zum Zusammenbruch führen kann. Häufig zeigt der Hund einen aufgekrümmten Rücken. Internistisch besteht auch die Möglichkeit, dass die Speiseröhre –welche aus Skelettmuskulatur besteht- in sich zusammenfällt. Durch die erforderliche Medikamentengabe und Physiotherapie kann man eine Verzögerung der Zustandsverschlechterung erreichen.

Bandscheibenvorfall

Unter einem Bandscheibenvorfall versteht man -aufgrund von Fehl- oder Überlastung der Wirbelsäule z.B. durch Fettleibigkeit oder Trächtigkeit- die plötzliche oder langsam zunehmende Verlagerung, bzw. den Austritt von Gewebe des Gallertkern der Bandscheibe. Die Bandscheibe besteht aus einem Faserring mit einem gallertartigen Kern. Kommt es zu einer Schwächung oder zu einer Rissbildung des Faserrings, kann der geleeartige Kern aus der Bandscheibe entweichen. Bandscheibenvorfälle können in der gesamten Wirbelsäule auftreten – am häufigsten allerdings im LWS und HWS - Bereich. Welche Symptome ein Bandscheibenvorfall beim Hund verursacht, hängt davon ab, an welcher Stelle und wie stark die Bandscheibe in den Wirbelkanal vorfällt. Z.B. kann eine Inkontinenz auftreten, wenn das Bandscheibengewebe auf die Nerven drückt, die für die Kontrolle der Blasen- und After-Schließmuskeln zuständig sind. Fällt das komplette Bandscheibengewebe vor, zeigen sich beim Hund Lähmungserscheinungen an den Extremitäten, die teilweise ein Nachschleifen der betroffenen Gliedmaße, starke Schmerzen und eine erhöhte Schmerz- und Druckempfindlichkeit mit sich bringen. Ein steifer Hals, sowie eine unnatürliche Haltung des Rückens, etwa ein Buckel, können Anzeichen für einen Bandscheibenvorfall beim Hund sein.

Cauda Equina Kompressionssyndrom

Das Cauda Equina Kompressions-Syndrom beruht auf einer fortschreitenden Einengung der Nervenwurzeln im Lendenwirbel-Kreuzbein-Bereich. Vorrangig betrifft sie große, sportliche Hunde ab dem mittleren Lebensalter. Häufig verläuft das Cauda Equina Kompressions-Syndrom lange Zeit unbemerkt. Erst im fortgeschrittenen Stadium treten zunehmend Schmerzen auf. Erst wenn die Schmerzen unerträglich werden, zeigen die Hunde Beschwerden. Symptomatisch zeigen sich: ein steifer Gang oder Kauen an der Rute oder an den hinteren Extremitäten, wechselnde Lahmheit der Hintergliedmaßen, Schwierigkeiten sich auf den Hinterläufen aufzurichten oder zu strecken. Mit dem Fortschreiten kommt es zu Einschränkungen von Nervenfunktionen. Symptomatisch zeigen sich eine stark eingeschränkte Beweglichkeit der Rute, sowie ein Schlürfen der Hinterfüße- gut zu erkennen durch angeschliffene Krallen. Am Ende kommt es zu Lähmungen der Hintergliedmaßen, sowie Kot- und Harninkontinenz. Eine Fettleibigkeit ist zu vermeiden. Nach einer Operation zeigten Hunde, die „nur“ Schmerzen oder Zögern beim Springen oder Aufstehen, aber keine Lähmungserscheinungen hatten, sehr schnelle Erholungsphasen. Hingegen haben Hunde mit chronischen Lähmungen und anderen neurologischen Dysfunktionen eine viel längere Rekonvaleszenz. Nicht alle Patienten erlangen ihre vollen Nervenfunktionen zurück, aber die Lebensqualität nach der Operation erhöht sich, indem sie ein schmerzfreies Leben führen können.

Spondylose

Die Spondylose ist eine Skeletterkrankung, die zu neurologischen Symptomen führen kann. Es bilden sich Knochenanbauten an den einzelnen Wirbel, so dass sich brückenartige Verbindungen zwischen den einzelnen Wirbel bilden, was zu einer Versteifung der Wirbelsäule führen kann. Die Spondylose kommt vorrangig bei großen Rassen vor, wobei der Boxer hier an erster Stelle steht. Die Symptomatik findet sich in eingeschränkter Bewegung, Schmerzen während der Verknöcherungsphasen, gespannter Gang, Nervenschmerzen bei Druck auf die Knochenanbauten, extreme Verspannungen, gekrümmter Rücken, neurologische Ausfälle bis hin zu Harn- und Kotinkontinenz (ähnlich wie beim Cauda-Equina-Kompresssionssyndrom). Bei Lähmungserscheinungen wird eine Operation durchgeführt.

Arthrosen

Arthrosen sind degenerative Gelenkerkrankungen die man in 2 Formen unterteilt. 1. Die primäre, 2. die sekundäre Form. Bei der primären Arthrose wird eine biologische Minderwertigkeit des Knorpelgewebes unklarer Ursache angenommen. Sekundäre Arthrosen entstehen durch mechanische Überlastung (etwa bei Hüftgelenksdysplasie), entzündliche Veränderungen (etwa bei Arthritiden). Bei der Arthrose führt eine anfängliche Knorpelschädigung im weiteren Verlauf zu Veränderungen am Knochen. Das Ausmaß der Schmerzen ist allerdings nicht abhängig vom Schweregrad der Arthrose. Sie kann auch völlig Symptomlos verlaufen. Ursächlich werden ein Übermaß an Belastung (Fettleibigkeit), angeborene oder traumatische Ursachen (Fehlstellungen der Gelenke, oder auch knöcherner Deformierung durch Knochenerkrankungen), mechanische, entzündliche, Medikamentöse (beispielsweise Antibiotika) Gründe, oder Folgen einer Verletzung für einen vorzeitigen Verschleiß, gesehen. In den meisten Fällen wird die Entstehung der Arthrose als idiopathisch (ohne erkennbare Ursache) befundet. Typische Symptome sind Anlauf- und belastungsabhängiger Schmerz, Gelenkergüsse, zunehmende Verformung des Gelenks und Gelenkgeräusche durch zunehmende Unebenheiten der Knorpeloberfläche bei Bewegung.

Narbenbehandlung

Narbengewebe ist ein Ersatzgewebe das z.B. nach Operationen, Verbrennungen oder Verletzungen von der Haut gebildet wird. Empfindliche, schmerzhafte, juckende und wetterfühlige Narben sind immer ein Störfeld. Ein Narbenstörfeld ist völlig unberechenbar in seiner Auswirkung auf den Organismus. Ist die Narbe druckempfindlich? Ist das Narbengewebe wulstig oder eingezogen? Weist die Narbe farbliche Veränderungen auf? Gibt es Symptome, die Ihr Tierarzt oder das Röntgenbild etc. nicht erklären können? Die Energieströme werden durch das harte, teilweise gefühllose, kalte, manchmal besonders empfindliche, unelastische Narbengewebe blockiert. Dadurch können sie nicht mehr richtig durch alle Körperteile und Organe fließen, um diese mit Energie zu versorgen. Sowohl Energiestau als auch Energieleere sind meist schmerzauslösende Faktoren. Auch kleinere, unauffällige Narben oder solche, deren Entstehung schon lange zurück liegen, können zu störenden, chronischen Beschwerden führen. Allgemein werden Narben mit speziellen Salben, Silikon-/ oder Heparinhaltige Narbengelee, Ultraschall, Lasertherapie, Schröpfmassagen oder Akupunktur behandelt. Durch den gezielten Einsatz von frühzeitiger Behandlung durch physiotherapeutische Narbenbehandlung, können die Auswirkungen minimiert oder sogar ganz verhindert werden.